Wer unseren Social Media Kanälen folgt, hat es vielleicht schon mitbekommen: TennisTraveller Inhaberin Susanne macht sich selbst auf Reisen und zwar nicht in irgendeines der vielen schönen TennisTraveller-Hotels, sondern auf die Road to Manavgat, eine Tennisreise zurück auf die Wettkampfbühne. Und das nach einer Abstinenz vom Turniertennis von sage und schreibe 20 Jahren. Je oller desto doller könnte man sagen. Ich würde vielmehr sagen: auch mit über 50 darf es sportliche Herausforderungen geben! Die erste große Herausforderung steht ganz konkret Ende März im türkischen Manavgat an. Dort finden die 23. Internationalen Wilson Masters Open im Ali Bey Club Manavgat statt, zu denen ich mich Ende vergangenen Jahres angemeldet habe. Beim MT1000-ITF-Seniorenturnier werde ich in der Damen-Einzelkonkurrenz W50 und in der Mixed-Konkurrenz starten. Aber natürlich wartet nicht nur das Turnier als Herausforderung auf mich. Nach einer so langen Turnier- und Trainingspause gibt es beinahe täglich irgendwelche Herausforderungen sowohl auf als auch neben dem Tennisplatz, die eine kleine, die andere größerer Natur. Ich möchte euch in den kommenden Wochen gerne mit auf meine ganz persönliche Road to Manavgat mitnehmen. Mit allem, was mich dabei beschäftigt, freut und ja sicher auch mal frustriert. Denn sicherlich interessiert es den einen oder die andere von euch, warum und weshalb man überhaupt mit Anfang 50 noch einmal intensiver ins Tennisturniergeschehen eingreifen möchte. Darüber möchte ich heute als Erstes erzählen. Los geht sie die Reise!
Tennis spielt in meinem Leben schon eine große Rolle. Den ersten Tennisschläger gabs mit sechs Jahren, rauf auf den Platz und von da an war die Liebe zum Tennis geboren. Danach entwickelte sich meine "Tennislaufbahn" ganz klassisch: über den kleinen Verein zum größeren Verein mit mehr Training, dann Bezirks- und WTB-Auswahl. Turniertennis standdann viele Jahre regelmäßig auf dem Programm, natürlich neben den Verbandsspielen. In der Jugend und später auch bei den Damen war ich immer in der erweiterten Spitze in Württemberg, zu mehr hat es aber nicht gereicht. Mit Mitte 20, dem Ende meines Studiums und Umzug kam dann die erste längere Tennispause. Den Schläger habe ich nie komplett in die Ecke gestellt, aber Verbandsspiele und Turniere waren dann bis zum 30. Geburtstags erst einmal tabu.
Mit 30 ging es dann in der Regionalliga Südwest noch einmal richtig los. Eine tolle Mannschaft, wunderbare Ausflüge zu den Verbandsspielen - ja das war echt eine coole, wenn auch viel zu kurze Zeit. Dann kam meine Zwillingsjungs auf die Welt. Dazu ein Umzug und das Auseinanderbrechen der Damen30-Mannschaft. Die Prioritäten waren in den nächsten Jahren erst einmal anders gesetzt. Vielmehr ersetzte zwei Jahre das Mountainbike und der Joggingschuh den Tennisschläger. Letzteren nahm ich dann wieder vermehrt in die Hand als meine älteste Tochter mit dem Tennis begann - die Zwillingsjungs zogen nach und so trainierte ich nicht nur die Kids im Verein, sondern eben auch meine eigenen. Und das über viele Jahre und auch recht intensiv mit allem was dazu gehört: "Tennistaxi" Mama war x-fach die Woche unterwegs zum Training und am Wochenende und in den Ferien zu Turnieren, teilweise auch ins Ausland.
Für das eigene Mannschaftsspielen fehlte mir ehrlich gesagt dann die Zeit, Muse und die passende Mannschaft. Seit einigen Jahren merkte ich aber, dass ich immer mehr Lust verspürte, selbst wieder im Team und auch bei einem Turnier mitzuspielen. Wie oft bekam ich zu hören: "Du spielst noch so gut - warum spielst du nicht mehr Mannschaft? Das ist ja eine Verschwendung!" Irgendwie hatte ich aber immer eine Ausrede, war etwas anderes wichtiger und ja, die Zeit auch knapp.
Jetzt, da alle drei Kinder erwachsen sind, kein permanentes Tennistaxi mehr benötigen, hat sich doch einiges verändert. Zumal die Kids als Tennispartner für mich auch überwiegend weggefallen sind, da sie nicht mehr zuhause wohnen. Ohne fixe Tennistermine und ohne ein Ziel einfach nur so vor sich hinspielen? Das würde wohl nicht klappen.
Also wurde aus dem noch erst einmal unausgereiften Gedanken Ende letzten Jahres der feste Vorsatz: ich starte mein "Comeback". Und damit aus dem Vorsatz auch Realität wird, habe ich mich zu den 23. Internationalen Wilson Masters Open im Ali Bey Club Manavgat im März angemeldet. Im Einzel werde ich bei den Damen 50 und zusätzlich noch im Mixed aufschlagen.
Ihr kennt das vielleicht auch nur zu gut: ohne konkretes Ziel vor Augen gibt es viele Ausreden mit Dingen, die vielleicht erst einmal mühsam sind, einem aber total gut tun, zu beginnen.

Die Idee, gleich ein Turnier im Ausland zu melden, wurde tatsächlich auch aus einem Gespräch mit meinem Kooperationspartner Patricio Travel heraus geboren - danke Kerstin! Denn mit Patricio verbindet mich eine langjährige Verbundenheit und so entstand die Idee der "Road to Manavgat". Einer kleinen Blogserie, in der ich über meinen Weg zurück in die Senioren-Turnierwelt berichte. Über ganz Persönliches, über die Senioren-Turnierszene im Allgemeinen und einiges mehr. Und natürlich werde ich intensiv vor und während meiner Turnierwoche aus Manavgat berichten. Vom Turnier, meinen Matches, den vielen Side-Events, dem Ali Bey Club und natürlich von der ganzen Atmosphäre, die wohl wirklich genial sein soll!
Als erstes habe ich mir seit November feste Trainingspartner an fixen Trainingstagen gesucht. So spiele ich nun drei Mal die Woche entweder mit einem Herren 50-Spieler (Basti - keep on rolling!), einer früheren Mannschaftskollegin und der heutigen Nummer zwei bei den Damen 50 in Deutschland (Isa - du schaffst mich echt!) und meiner Tochter Mia, die zwischenzeitlich selbst Trainerin ist und mir schon den ein oder anderen super wertvollen Tipp gegeben hat. Trainiert wird hauptsächlich eines: Matchtraining. Bis letzten Dezember hatte ich seit 20 Jahren keine zwei Sätze mehr am Stück gespielt. Zwei Sätze und gar ein Match-Tiebreak? Eine ganz neue Erfahrung - aber ich wusste noch wie es geht! Von Woche zu Woche merke ich eine zunehmende Selbstverständlichkeit bei dem was ich auf dem Platz mache. Die war nämlich am Anfang überhaupt nicht da, gerade wenn`s ums Punktespielen geht. Normal, oder? Ich denke ja... Aber ich hab mich echt total oft gefragt, warum ich Schläge mache, die in dem Moment gar keinen Sinn machen. Die Häufigkeit dieser Sinnfragen hat zumindest schon etwas abgenommen!
In Sachen Fitness mache ich eigentlich nichts anderes als sonst auch: 1-2 pro Woche Ausdauertraining in Form von Joggen oder Biken, dazu 2-3 die Woche Pilates bzw. Yoga für die allgemeine Beweglichkeit und Stärkung. Das werde ich auch erst einmal so beibehalten und nur dann anpassen, wenn der Körper etwas anderes braucht beispielsweise, wenn irgendetwas zwickt und zwackt. So wie gerade meine Schulter, die etwas "überansprucht" ist. Dann wird eben weniger Tennis gespielt und stattdessen viel gedehnt, massiert und geschmiert... Ja und dann möchte ich mich ernährungstechnisch noch etwas besser aufstellen und werde dazu in einem gesonderten Blogbetrag berichten.
Meine aktive Tenniszeit hatte ich beendet, bevor das LK-System bei uns in Deutschland eingeführt wurde, d.h. ich hatte noch keinerlei LK. Für die Mannschaftsmeldung für die Sommersaison 2026 als auch für die Teilnahme an Turnieren brauche ich aber eine LK. Die habe ich nun über einen sogenannten LK-Einstufungsantrag über meinen Verein beim zuständigen Landesverband beantragt. Entscheidend für die tatsächliche Einstufung sind neben dem Vorschlag des Sportwarts die zurückliegende Tennishistorie, sowie die Einschätzungen und Empfehlungen von Mannschaftsmitgliedern. Und so wurde ich nun mit einer LK 5 bedacht. Mal sehen, ob ich damit halbwegs richtig eingestuft bin.
Im Januar ist ein allererstes Turnier geplant. Darüber wird natürlich berichtet. Grundsätzlich ist ja der "Turnierdschungel" bei den Senioren nicht arg viel anders als bei der Jugend und den Aktiven. Zumindest, was die Turnierkategorien anbelangt. Dennoch werde ich euch im nächsten Blogpost darüber berichten, welche Unterschiede es denn generell im Seniorenbereich bei LK-Turnieren, Ranglistenturnieren und ITF-Turnieren gibt.
Ich freue mich total auf meine weitere Reise, ein Schritt nach dem anderen.
Lasst mich gerne wissen, was euch dabei besonders interessiert oder schreibt mir eure Erfahrungen, denn vielleicht habt ihr eine ganz ähnliche Reise begonnen und habt wertvolle Tipps für mich? Dann nichts wie her damit! gerne Mail an
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