Der Einstieg ins Turniertennis bei den Senioren stellt den einen oder die andere vor einige Fragen. Welche Art von Turnieren gibt es überhaupt? Welche Turnierkategorien gibt es auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene und für wen sind die jeweiligen Turniere überhaupt geeignet? Im Zusaamenhang mit meiner ganz persönlichen Road to Manavgat, der Turnierreise mit Patricio Travel zu den 23. Int. Wilson Masters Open kommenden März, habe ich mir die Turnierlandschaft im Seniorenbereich etwas näher angeschaut. Die Turnierkategorien sind mir auch nach 20 Jahren Turnierabstinenz nicht fremd, da ich mit meinen Kindern in den vergangenen Jahren viel auf nationalen und auch internationalen Turnieren unterwegs war. Und die Jugend- und Erwachsenenturnierszene unterscheidet sich nicht dramatisch von der der Senioren. Gerne möchte ich euch aber in Kürze einen Einblick in die Turnierszene der Senioren geben und damit vielleicht die ein oder andere Frage und Unsicherheit klären. Denn eins ist sicher: Turnierspielen geht ganz wunderbar im Seniorenalter und bietet für Spieler unterschiedlicher Spielklassen jede Menge Möglichkeiten, aktiv zu sein.
Ein kurzer Hinweis vorab: im folgenden beschreiben wir die unterschiedlichen Turnierkategorien, wobei wir bei den nationalen Ranglisten- und LK-Turnieren die Turnierszene in Deutschland anschauen. In anderen Ländern europäischen Ländern sind die Systeme teilweise sehr ähnlich.
Die ITF World Tennis Masters Tour ist die internationale Turnierserie der International Tennis Federation (ITF). In den Altersklassen 30, 35, 40 bis 90+ werden neben Einzelkonkurrenzen auch Doppel- und Mixed-Konkurrenzen angeboten. Je Altersklasse gibt es eine weltweite Rangliste. Die ITF-Turniere sind für leistungsstarke, international orientierte Senioren geeignet, allerdings können durchschnittliche Spieler auch problemlos bei einem der geringer eingestuften ITF-Turniere ihr Glück versuchen.
Grundsätzlich gibt es bei den ITF-Turnieren keine Spielstärkenbegrenzung. Es muss aber das Mindestalter muss im Turnierjahr erreicht werden und es der Spieler muss eine Mitgliedschaft in einem nationalen Verband (z. B. DTB) besitzen. Daneben braucht jeder Teilnehmer eine sogenannte ITF-IPIN, d.h. eine internationale Spieler-ID, die über die Website beantragt werden kann und IPIN-Jahresgebühr zusätzlich (ca. 35–45 USD) kostet.
ITF-Turniere werden in Kategorien von MT100 (Einsteiger) bis MT1000 (Top-Tier) eingestuft, wobei höhere Zahlen mehr Ranglistenpunkte bieten. Die Kategorien (z.B. MT200, MT400, MT700, MT1000) spiegeln die Stärke und Organisation des Turniers wider und beeinflussen die Anzahl der verdienten Ranglistenpunkte.
Zu einem ITF-Turnier könnt ihr euch online über die ITF-Turnierplattform www.itftennis.com/en/itf-tours/itf-world-tennis-masters-tour/ melden. Ein internationaler Turnierkalender zeigt, welche Turniere es in einem bestimmten Zeitraum gibt. Für Einzel, Doppel und Mixed gibt es eine separate Meldung, wobei Doppel und Mixed häufig auch noch zu Beginn der Turnierwoche vor Ort gemeldet werden können. Der Meldeschluss ist meist 2–3 Wochen vor Turnierbeginn.
Die Meldegebühren sind im Vergleich zu nationalen Turnierenr relativ hoch und belaufen sich auf 40–70 € pro Disziplin. Teilweise können aber bei Hallenturnieren auch deutlich höhere Meldegbeühren von über 100 € aufgerufen werden. Grundsätzlich sind die Doppel- und Mixedkonkurrenzen oft günstiger als die Einzelkonkurrenz.
In der Regel gibt es neben den Hauptfelder pro Altersklasse auch noch eine Nebenrunde (Consolation). Je nach Turnier wird im K.-o.-System oder Gruppenphase (Kästchensystem) gespielt. Normalerweise wird ein Einzelmatch pro Tag gespielt und das auf zwei Gewinnsätze mit Match.Tiebreak im 3. Satz. Manchmal wird der driette Satz auch ausgespielt.
Ambitionierte Spieler können bei den nationalen Ranglisteturnieren aufschlagen und sowohl Punkte für die DTB-Seniorenrangliste als aucb LK-Punkte sammeln. Im DTB-Seniorentennis werden Turniere nach dem Turnier-Runden-Punkte-System (TRP) kategorisiert, wobei die Kategorie (z.B. S-6, S-5) von der Qualität des Feldes (Rangliste, LK-Stärke) und dem Preisgeld abhängt, mit höheren Kategorien (S-1 bis S-4 für senioren) für stärkere Turniere, die mehr TRP-Punkte bringen, und die Einstufung erfolgt nach Altersklassen (z.B. S60, S50) und Leistung
In der Regel werden Altersklassen meist ab 30 oder 35 Jahren gespielt.
Die Zulassung und Setzung erfolgt nach Ranglistenplatz oder nach der Kombination aus Rangliste + LK. Manche Turniere haben Teilnehmerbegrenzungen, so dass der Ranglistenplatz bzw. die LK ausschlaggebend für die Turnierteilnahme ist.
Es gibt verschiedenen Kategorien z.B. S-7, S-5, S-4, S-3... bis S1, die höchste Kategorie. Die Turnierkategorie bestimmt die Anzahl der Punkte, die für die Rangliste gesammelt werden können; Je niedriger die Zahl der Turnierkategorie, desto mehr Punkte können pro Runde gesammelt werden. Das bedeutet, dass bei der besten Turnierkategorie S-1 die meisten Punkt verteilt werden. Die Einstufung eines Turniers zu einer Kategorie erfolgt durch den Verband nach der Qualität des Teilnehmerfeldes (Rankings) und dem Preisgeld.
Gemeldet werden die Turniere über die nationale Turnierplattform, in Deutschland also über tennis.de. Der Meldeschluss ist nur einige Tage vor Turnierbeginn. Die Annahme und nachher auch die Setzung erfolgt nach Ranglistenposition, danach nach LK.
Die Meldegebühren betragen durchschnittlich 30–50 €.
Die Turniere werden in der Regel im klassischer K.-o.-Modus gespielt, manchmal gibt es eine Nebenrunde. Auch werden pro Tag zwei Runden gespielt, drei Spiele pro Tag sind jedoch nicht zulässig. Gesetzt wird nach Rangliste, danach nach LK. Es werden zwei Gewinnsätze mit Match.Tiebreak als dreitten Satz gespielt.
Bei den LK-Turnieren handelt es sich um eher Breitensport-orientierte Turniere, bei denen Spieler mit unterschiedlichen Leistungsklassen (LK 1–25) bei Tages- oder Wochenendturnieren spielen. Auch bei den LK-Turnieren gibt es verschiedene Altersklassen, teilweise gibt auch eine LK-Eingrenzung, damit die besseren Spieler unter sich sind. LK-Turniere sind sowohl für Einsteiger ins Turniertennis, Hobby- und Vereinsspieler
als auch für Senioren, die Spielpraxis und eine LK-Verbesserung suchen, geeignet.
Um an einem LK-Turnier teilnehmen zu können, muss man eine Spieler-ID besitzen und Mitglied in einem Tennisverein. Die Spieler-ID kann der Vereinsverantwortliche beantragen.
Die Turniermeldung erfolgt über tennis.de, der Meldeschluss ist nur ein paar Tage vor Turnierbeginn. Die Meldegebührensind im Vergleich zu den beiden anderen Turnierarten etwas günstiger.
Eine der häufigsten Formen des LK-Turniers ist ein Tagesturnier nach dem sogenannten Spiralsystem, bei dem jeder Spieler zwei garantierte Matches hat, einmal gegen einen besseren, einmal gegen einen schlechter eingestuften Spieler. Bei den Tagesturnieren werden zwei Spiele pro Tag angesetzt. Bei Wochenendturnieren kann dagegen auch in Gruppen oder nach dem K.-o. System, teilweise auch mit Nebenrunde gespielt werden.
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